Der erste Herzog von Sachsen-Meiningen,
Bernhard I., ließ dieses barocke Schloss von 1682 bis 1692 anstelle der ehemaligen würzburger Burg Meiningen erbauen. Der Grundstein zu dem wunderschönen Rundbau wurde am 26. Juli 1682 gelegt. Finanziert wurde der Bau durch die Bevölkerung des Staates Sachsen-Meiningen. Es kamen 10 Jahre lang Tiroler Maurer und bauten Stockwerk um Stockwerk. Die Herzöge von Sachsen-Meiningen residierten 226 Jahre lang in diesem barocken Schloss mit seinem gepflegten Innenhof und der aus Marmor hergestellte Springbrunnen im Stil der italienischen Renaissance mit vier Fangschalen und wasserspeienden Fabelwesen. Baumaterial bezog man unter anderem aus der Burgruine Landeswehre (Schloss Landsberg). Zu diesem Zweck sollte 1685 der Bergfried gesprengt werden, was aber nicht gelungen war. Der Name des Schlosses entstand aus den Namen der Ehefrau des Herzogs,
Elisabeth Eleonore von Braunschweig-Wolfenbüttel.
Das Schloss Elisabethenburg war bis Anfang des 20. Jahrhunderts mit Ausnahme der Stadtbefestigung das mit Abstand größte Bauwerk der Stadt. Noch heute wird es nur von einigen wenigen Gewerbe- und Handelsbauten übertroffen. Die bebaute Grundfläche der Dreiflügelanlage und des Rundbaus beträgt ohne Nebengebäuden rund 5.780 m², mit Schlosshof sind es 10.230 m². Es zählt damit zu den größten Schlossbauten in Thüringen.
Das Schloss befindet sich am nordwestlichen Rand der Altstadt von Meiningen im Schlosspark direkt an der Werra und beherbergt heute die Meininger Museen mit dem Max-Reger-Archiv, das Stadtarchiv und Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, die Musikschule „
Max Reger“ mit originalen Arbeitszimmer von Max Reger, den Konzertsaal „
Johannes Brahms“, ein Restaurant, ein Turmcafe, die Stadtverwaltung und die Trauungsräume des Standesamtes.