Das mittelalterliche Schloss Eisfeld wurde im 11. und 12. Jahrhundert auf den Mauern einer älteren Wehranlage gebaut. Als bedeutendes Baudenkmal ragt es heute auf dem höchsten Punkt der Stadt Eisfeld hervor. Verbunden ist es mit den heute noch sichtbaren Resten der Stadtbefestigungsanlage. Im Laufe der Jahrhunderte gab es zahlreiche Veränderungen. 1360 wurde ein beheizbarer Wohnraum geschaffen, 1580 der daran anschließende "Neue Bau" errichtet, der sich durch einen gewölbten Torgang zur Stadt hin öffnet. Der Küchentrakt wurde im Jahre 1555 errichtet. Der einfach gehaltene Gebäudekomplex war Amtssitz der landesherrschaftlichen Vögte, nach 1680 diente dieses Schloss auch als Witwensitz der Herzogin
Sophie Albertine von Sachsen-Hildburghausen. Zuletzt war das Amtsgericht mit Gefängnis hir untergebracht. Das Schloss verfügt über einen hufeisenförmigen Grundriss, im Nordosten erhebt sich ein runder Turm mit Zwiebelhaube. Seit 1948/1949 wird das Schloss kulturell genutzt, es ist Heimstatt des Otto-Ludwig-Museums, welches 1948 unter der Leitung von
Ernst Dahinten eröffnet wurde, mit einer bedeutenden regionalgeschichtlichen Sammlung.
In diesem Schloss wurden von Ende 1945 bis Mitte 1946 etwa 100 schuldlose Männer und Frauen aus Eisfeld und Umgebung von der sowjetischen Besatzungsmacht gefangengehalten und gefoltert.
Viele mußten den bitteren Weg in das Speziallager II Buchenwald bei Weimar und in sibirische Zwangsarbeiterlager gehen. Einige sahen ihre Heimat nicht wieder. Erst 1955 kehrten die letzten ehemals Inhaftierten zurück.
Die Bürger der Stadt gedenken dieser Opfer von Krieg und Willkür.