Die spätgotische Hallenkirche St. Georg in Schmalkalden wurde von 1437 bis 1509 erbaut. Auffallend sind die beiden unterschiedlichen Türme der Kirche, der spitze Dachreiter mit Stadtuhr und dem Sensenmann (Inschrift: "MEMENTO MORI" - Gedenke des Todes) (Bild 2), die gotische Sonnenuhr sowie die mit reichem Maßwerk verzierten Fenster des Chores. Im Jahr 1537 predigte in dieser Kirche
Martin Luther, sowie die bekanntesten protestantischen Theologen jener Zeit, zur bedeutendsten Tagung des Schmalkaldischen Bundes (wurde am 27. Februar 1531 gegründet. Der Schmalkaldische Bund war ein in Schmalkalden geschlossenes Verteidigungsbündnis protestantischer Fürsten und Städte unter Führung von Kursachsen und Hessen gegen die Religionspolitik des Kaisers Karl V.). Der Altarraum der Kirche besitzt Spitzbogenfenster mit reichem Maßwerk. Die Orgel (Bild 4) wurde von der Firma A. Schuster & Sohn hergestellt und verfügt über 39 Register mit etwa 2800 Pfeifen auf drei Manualen und Pedal. Die den Innenraum zu einem Gesamteindruck bindenden Glasfenster wurden von Charles Crodel angefertigt (Bild 5). Die Glasmalereien der Orgelempore spielen mit Bildmotiven des Hohen Liedes Salomonis und erreichen die Qualität der frühen, in Jena entstanden Farbholzschnitte Crodels. Sehenswert sind u.a. das Lutherstübchen mit einer kleinen Kirchenausstellung, der Taufstein von 1560 und die Türmerstube im Südturm.