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| Wartburg - Eisenach |
Die Wartburg im Thüringischen Eisenach wurde um 1067 von Ludwig dem Springer, besser bekannt unter den Namen Graf Ludwig von Schauenburg, gegründet. Er soll auf einer Jagd ihren späteren Standort entdeckt und ausgerufen haben: „Wart', Berg, du sollst mir eine Burg tragen!“ Da der Burgberg nicht zu seinem Territorium gehörte, ließ er von seinen Ländereien Erde auf den Berg schaffen, auf der dann die Wartburg erbaut wurde. Um vor dem Kaiser seine Rechte auf die Wartburg zu bekräftigen, musste er mit zwölf seiner getreuesten Ritter „Schwurschwerter“ in die Erde stecken und bei seiner Ehre schwören, dass dies sein rechtmäßiger Grund und Boden sei.
Der Name Wartburg leitet sich von dem Begriff "Warte" ab und bedeuted soviel wie Beobachtungsposten oder Aussichtspunkt. Früher war eine "Warte" auch Teil der äußeren Verteidigungsanlagen einer Festung oder Stadt. Im 19. Jahrhundert wurde die Wartburg größtenteils unter Einbeziehung weniger erhaltener Teile neu gebaut. Verantwortlich für das heutige Erscheinungsbild der Burg und ihres Landschaftsparks war der Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Ludowinger (eine Herrscher-Dynastie im mittelalterlichen Thüringen und Hessen) machten die Wartburg zu ihrer Stammburg. Von 1207 bis 1231 lebte die Tochter des ungarischen Königs Andreas II. Elisabeth als Frau des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen auf der Wartburg. Als ihr Gemahl bei einem Kreuzzug, Friedrichs II. (römisch-deutscher Kaiser), am 11. September 1227 an einer Fiebererkrankung starb, widmete sich Elisabeth ganz einem Leben in Armut und im Dienst an den Armen und Kranken. In der Zeit von 1227 bis 1247 regierte der letzte Ludowinger, Heinrich Raspe IV. Als Heinrich Raspes IV. 1247 starb kam die Burg nach einen heftigen Erbfolgekrieg in die Hände der Wettiner. Das Landgrafenhaus wurde 1250 aufgestockt. Albrecht der Entartete nahm seinen Sitz auf der Wartburg wieder ein nachdem Thüringen an die Markgrafen von Meißen gefallen war und er von seinem Vater Heinrich dem Erlauchten das neu erworbene Land erhielt. Der Bau des Südturms am hinteren Burghof fand im 13. Jahrhundert statt. Im Jahr 1318 wurde die Burg infolge eines Blitzschlags in Brand gesetzt und stark beschädigt. Die Reparaturarbeiten am Palas und am Bergfried veranlasste Markgraf Friedrich der Freidige im Jahr 1319. Im Zuge dieser Arbeiten ließ er auch noch ein beheizbares Gebäude in der Kernburg errichten und den Einbau der Kirche in das Landgrafenhaus. Nach dem Tod des Landgrafen Balthasar von Thüringen 1406 war die Burg im 15. Jahrhundert nur noch Nebenresidenz. Das drückte sich auch in der bescheideneren Bauausführung aus. An Stelle von Natursteinquadern trat das billigere Fachwerk. Erhalten haben sich aus dieser Zeit das Torhaus (Ende 15. Jahrhundert unter Verwendung älterer Teile), das Ritterhaus, die Vogtei (begonnen 1480) und die beiden Wehrgänge der Vorburg (nach 1477). 1521/22 hielt sich der theologische Urheber und Lehrer der Reformation, Martin Luther (* 10. November 1483 in Eisleben; †18. Februar 1546 in Eisleben), als „Junker Jörg“ hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel in nur elf Wochen ins Deutsche. Erstmals im Jahr 1777 weilte der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt am Main; †22. März 1832 in Weimar) auf der Wartburg. Die typische Abschnittsburg bestand ursprünglich aus vier Abschnitten, von denen heute nur noch die Vor- und die Hauptburg erhalten sind. In ihrer Geschichte wurde die Wartburg mehrmals belagert, aber nie erobert. Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Bayern (* 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg, München; †13. Juni 1886 im Würmsee, dem heutigen Starnberger See, bei Schloss Berg), nahm die Wartburg als Vorbild für sein im Allgäu gelegenes Schloss Neuschwanstein. Das Schloss und die Burg ähneln sich nicht nur aus einigen Blickwinkeln in der Silhouette, auch der Festsaal wurde für das Schloss des bayerischen Königs nachgeahmt. Am Fuß der Wartburg befindet sich die Eselstation, welche auch in alten Eisenacher Stadtführern als „die Eselei“ bezeichnet wird. Die Vorfahren der heutigen Wartburgesel dienten seit über 800 Jahren als Lasttiere zur Versorgung der Burg mit Trinkwasser, Brennholz, Lebensmittel und Baumaterialien. Ebenfalls am Fuß der Wartburg befindet sich „Das verfluchte Jungfernloch“, einer Felshöhle über dem Kälbergrund, einem kleinen Seitental des Marientales, in einer Felswand am Osthang der Eisenacher Burg, zirka 500 Meter südlich der Wartburg in Eisenach. Die erste Beisetzung auf der Wartburg fand am 17. Mai 2010 in der Elisabeth-Kapelle statt. Es handelte sich um die Urnenbeisetzung der im 99. Lebensjahr verstorbenen Erbgroßherzogin Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach geborene Elisabeth Freiin von Wangenheim-Winterstein (* 16. Januar 1912 in Tübingen; †15. März 2010 in München).
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